Zentrum und erster Blickfang unserer Pfarrkirche bildet der Chorraum mit seinem barokem Hochaltar. Dieser wurde um 1698 für die Schloßkirche zu Quedlingburg geschaffen. 1944 wurde er dann unter kriegsbedingten Widrigkeiten nach Heiligenstadt gebracht und durch die tatkräftige Mithilfe der Pfarrgemeinde in 22 Wochen aufgebaut. Der frühere gotische Hauptaltar aus dem Jahre 1884 fand seinen Platz in der Pfarrkirche zu Westhausen. Am 1. September 1944 fand dann die feierliche Einweihung des Hochaltares durch Probst Bolte statt.

Der Altar gliedert sich in vier Ebenen. In der untersten Ebene befindet sich der Tabernakel in dem das Allerheiligste aufbewahrt wird. Unmittelbar darüber sehen wir Christus mit dem Strahlenkranz, zu seiner linken Seite Paulus mit dem Schwert und zu seiner rechten Petrus mit dem Schlüssel.
Bis zu seiner Restaurierung im Jahre 1976 befanden sich an deren Stelle noch die Statuen von Mose und Elia. Petrus und Paulus bildeten damals noch den rechten und linken Abschluß des Altares. Auch direkt neben Christus im Strahlenkranz befanden sich damals noch die Statuen von Maria und Marta.
In dieser Ebene hatte der Altar in seiner Urform eine Ausdehnung die noch ca. 3 m nach links und rechts über die heutige Begrenzung hinausgeht.

 

Die dritte Ebene stellt im Zentrum Maria und Johannes unter dem Kreuz dar. Auch hier standen bis zur letzten Restaurierung direkt über Petrus und Paulus die Statuen von Pilatus der auf die gegenüberliegende Seite, auf welcher sich die Statue des gefesselten Jesus, des Schmerzensmannes, hinweist.

In der vierten Ebene sehen wir den Auferstandenen, sowie rechts und links von Ihm zwei zurückschreckende Grabwächter. Besonders eindrucksvoll stellt sich diese Szene durch den Lichteinfall des 1998 wiedereröffneten Chorraumfensters dar.

Im nördlichen Seitenschiff befindet sich der Vierzehn Heiligen Altar aus dem Jahre 1638. Er wurde vom Kurmainzischen geheim-Rat, Stiftsschultheißen und Landschreiber Johannes Zwehl aus Dank für seine Errettung vor den Schweden im dreizigjährigen Krieg gestiftet.
Vor diesen hatte er sich im Obergeschoß der Annen-Kapelle bei St.Marien versteckt.
Auch dieser Altar gliedert sich wieder in vier Ebenen. Die erste Ebene enthält zentral eine Anbetungsszene der hl. 3 Könige im Stall zu Betlehem, der zur rechten die Nothelfer Katharina, Christopherus und Babara sowie zur linken Achatius, Erasmus und Vitus stehen. Die etwas vorgerückten Figuren, auf dessen Köpfen die nächsten Ebenen förmlich zu ruhen scheinen sind ganz links der hl. Jacobus der ältere, zu erkennen an den Muscheln am Schulterrevier, daneben mit dem Beil der hl. Judas Tadeus sowie mit dem Kelch der hl. Johannes und ganz rechts der Hl. Jacobus der jüngere.


In der zweiten Ebene befinden sich in der Mitte die hl. Anna Selbtritt mit Maria und Jesus auf dem Schoß. Ihr zur rechten stehen die Nothelfer Dionysius, Georg und Eustachius, ihr zur rechten Magaretha, Blasius und der hl. Pantaleon. In den vorgerückten Figurpositionen hat sich der Stifter selbst, samt seiner Ehefrau verewigt. Ganz rechts sehen wir den hl. Franziskus sowie ganz links die hl. Elisabet.


Das Zentrum der dritten Ebene bildet die Madonna im Strahlenkranz mit dem Jesuskind auf dem Arm. Ihr zur rechten steht der hl. Ägidius und zur linken der hl. Cyriakus. Auch hier sehen wir wieder in etwas vorgerückter Position den hl. Rochus ganz rechts. Daneben mit dem Schwert den hl. Paulus. Auf der linken Seite von Pfeilen durchbohrt den hl. Sebastian und daneben mit dem
Schlüssel den hl. Petrus.
Den oberen Abschluß des Altares bildet der Gekreuzigte selbst, ihm zur rechten der hl. Bartolo- mäus, der seine Haut über dem Arm trägt als Zeichen seine Martyiums. Auf der linken Seite steht der hl. Stephanus.Insgesamt sind am Vierzehn-Nothelferaltar 41 Figuren zu sehen.

Auf der gegenüberliegenden Seite, also dem südlichen Seitenschiff befindet sich der spätgotische Flügelaltar der hl. Anna Selbtritt. Dieser stammt ebenso wie das kreuz der Chorsüdwand aus dem Kloster Zella und kam 1948 in unsere Pfarrkirche. Er stellt die hl. Anna dar die das Jesuskind und die Gottesmutter Maria auf dem Arm trägt. Eine ähnliche Abbildung finden wir auch in der zweiten Ebene des Vierzehnheiligenaltares. Umgeben ist die hl. Anna von den 12 Aposteln.